Leber des Pferdes

Die Leber des Pferdes übernimmt eine Vielzahl von Aufgaben: Stoffwechselvorgänge, Entgiftung, Produktion lebenswichtiger Proteine und Aminosäuren uvm. Dabei hat sie sehr viel zu leisten. Darum ist es so wichtig, das lebenswichtige Organ zu unterstützen!

Die Leber des Pferdes - Inhaltsverzeichnis

Leber des Pferdes

Die Aufgabe der Pferdeleber

Als Multifunktionsorgan übernimmt die Leber des Pferdes die Produktion lebenswichtiger Proteine und Aminosäuren. Etliche Nahrungsbausteine, wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, werden erst in der Leber durch die Zusammenarbeit und Produktion unterschiedlicher Proteine, Enzyme und Hormone verwertet und dem Organismus über die Blutbahn zur Verfügung gestellt. Sie übernimmt eine große Vielzahl an stoffwechselentscheidenden Aufgaben; so ist sie am Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt. Pferde besitzen keine Gallenblase und die zur Fettverdauung notwendige Gallensäure wird in der Leber des Pferdes synthetisiert. Sie ist ein riesiges Speicherorgan für viele Nährstoffe wie Vitamine, vor allem B-Vitamine, fettlösliche Vitamine wie Vitamin E, D, A und K, sowie Spurenelemente, hier vor allem Kupfer.

Die wichtigste Aufgabe der Leber ist das Entgiften sowohl körpereigener Abbauprodukte als auch körperfremder Stoffe, so baut sie über Medikamente und Stoffwechselerkrankungen (z.B EMS, Hufrehe oder Cushing) entstehende toxische Verbindungen ab. Sie filtert und reinigt das Blut indem sie sortiert: Giftstoffe werden unschädlich gemacht und über die Niere ausgeschieden; Nährstoffe werden weiterverarbeitet und dem Körper zur Verfügung gestellt.

 

Sie ist ein wahres Regenerationstalent, was für Pferd und Besitzer Fluch und Segen zugleich darstellt. Denn dadurch werden Lebererkrankungen einerseits vom Pferd eine sehr lange Zeit mehr oder weniger gut ertragen und andererseits ist es für den Pferdebesitzer sehr schwer ein Leberleiden seines Lieblings zu erkennen, denn erhöhte Leberwerte können erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium anhand eines Blutbildes diagnostiziert werden.

Was kann die Leber überlasten?

Was die Leber generell belasten kann sind:

  • Toxine, Pilze und Bakterien die im Pferdefutter oder auf der Weide beim Grasen vorkommen können
  • Sinkende Futterqualitäten wie schimmeliges Heu oder verpilztes Getreide. Bei Heulage und Silage findet ein Gärungsprozess von Milchsäurebakterien statt, der den p-H Wert im Dünn- u. Dickdarm des Pferdes sauer verändert und dadurch Toxine freigesetzt werden, die ebenfalls wieder in der Leber abgebaut werden müssen

Leber des Pferdes
  • Auch diverse Zusatzstoffe in Futtermitteln (Aroma-, Süß- oder Konservierungsstoffe und synthetische Vitamine sowie Mineralstoffe) sowie seelischer und körperlicher Stress können die Verdauung und den Stoffwechsel schwer belasten und somit erhöhte Leberwerte beim Pferd verursachen
  • Giftpflanzen wie Jakobskreuzkraut, Bergahorn, Sumpfschachtelhalm, Herbstzeitlose usw. können bereits in geringen Mengen massive Leberschädigungen beim Pferd hervorrufen
  • Auch zu hohe Kraftfuttermengen oder zu viel Fruktan im Gras bewirken eine Verschiebung der Darmflora und es kommt zur Entstehung von sogenannten Endotoxinen, die in der Leber des Pferdes Schaden anrichten
  • Zudem verlangen die Belastungen durch Umweltgifte, Medikamente, Impfungen und Entwurmungen eine höhere Entgiftungsleistung
jakobskreuzkraut pferd

Woran erkenne ich, ob mein Pferd eine geschwächte Leber hat?

Leider gibt es für Lebererkrankungen nicht wirklich DIE typischen und spezifischen Symptome. Durch ihre Regenerationskraft treten klar erkennbare Symptome (leider) meist dann erst auf, wenn bereits 70 bis 80 % der Funktionskapazität gestört sind und zeigen sich im Blutbild meist erst dann, wenn die Leber schon stark belastet ist.

Das Pferd zeigt sich müde und leistungsschwach, der Energiestoffwechsel gerät aus den Fugen, der Fellwechsel zieht sich ewig hin und Hautprobleme, ob Ekzem oder Mauke bekommen einen chronischen Touch.

Erkrankungen wie Husten nehmen einen chronischen Verlauf und die Muskulatur des Pferdes wirkt fest und nicht entwicklungsfähig. Auch Hufrehe, das Equine Cushing und das Equine Metabolische Syndrom können Begleiterscheinungen von Leberproblemen sein.

Folgende unspezifische Auffälligkeiten könnten ein Indiz für erhöhte Leberwerte beim Pferd sein:

  • deutlicher Leistungsabfall nach ungefähr 15-20 Minuten Arbeit
  • mangelnder Appetit (infolgedessen Gewichtsverlust)
  • Lethargie
  • angespannter, hochgezogener Bauch
  • leichte, wiederkehrende Koliken
  • rheumatische Beschwerden
  • Muskelabbau
  • Haut– und Haarprobleme, verbunden mit Juckreiz
  • Wassereinlagerungen
  • Vermehrtes Schwitzen ohne große Anstrengung
  • Aggressionen – insbesondere Artgenossen gegenüber
  • Gelbverfärbung der Augenschleimhäute (Hierbei sind die Reserven der Leber schon beinahe erschöpft)
  • Kleine punktförmige Blutungen auf Nick- und Schleimhäute
  • Dunkel verfärbter Urin
  • häufiges Gähnen

Leberbelastungen vorbeugen

Um dein Pferd langfristig vor Lebererkrankungen zu schützen, bzw. die Genesung beim Krankheitsverlauf zu unterstützen, solltest du darauf achten, alle leberschädlichen Stoffe von ihm fernzuhalten.

Berücksichtige daher folgende Checkliste:

  • Kontrolliere regelmäßig die Weiden auf Giftpflanzen und verzichte bei deren Bewirtschaftung auf Pestizide (sowie chemische Düngung)
  • Vermeide eine Überdosierung von synthetischem Mineralfutter sowie eine zu eiweiß- und fetthaltige Fütterung

Pollenallergie Pferd
  • Achte auf eine angemessene Futterrationierung (sowohl eine Überfütterung als auch ein radikale Diät können zu einer Fettleber führen)
  • Verwende für die Trinkwasserversorgung keine alten Bleirohre, aber auch keine schwarzen Mörteleimer (enthalten oft Weichmacher)
  • Bevor du dein Pferd entwurmst, solltest du eine Kotprobe machen, denn Entwurmungen und Medikamentenrückstände setzen sich in der Leber ab
  • Verzichte auf chemische Holzschutzmittel, Farben und Lacke für Pferdeboxen oder Weide- und Paddockzäune.

Die Herausforderung liegt darin, die Auslöser für die erhöhten Leberwerte auszumachen. Es nützt wenig, die Leber des Pferdes zu entgiften und dabei die Ursache nicht abzustellen. Nicht selten ist auch ursprünglich eine eingeschränkte oder krankhafte Nierenfunktion, Zinkmangel oder eine Stoffwechselerkrankung (Fettleibigkeit, EMS, KPU) dafür verantwortlich, dass die Leberwerte im Blutbild erhöht sind.

Mariendistel fürs Pferd

Natürliche Unterstützung der Leber

Bestimmte Kräuter unterstützen ganz besonders die Leberfunktion. Dabei wird durch sogenannte Bitterstoffe der Gallenfluss erhalten und angeregt und im Pferdedarm ein basisches Milieu hergestellt. Insbesondere die Heilkräuter Mariendistel (besonders die Samen) und Artischocke werden bei Pferden als die Leberkräuter schlechthin empfohlen.

Die Mariendistel wirkt eher auf den Zellstoffwechsel der Leber und die Artischocke regt den Gallenfluss innerhalb der Leber an. Weitere Leberkräuter sind z.B. Schafgarbe und Löwenzahn.

Besonders im Fellwechsel oder nach Wurmkuren, bei Verlust der Lebensfreude oder bei großem Stress haben Bitterstoffe eine positive Wirkung. Sie können das ganze Jahr über zugefüttert werden und sind besonders bei schlechter Heu-, Stroh- oder Getreidequalität dringend notwendig.

💚 Im Kochbuch für Pferde haben wir viele Rezepte kreiert, um aus diesen Bitterkräutern leckere gesunde Gerichte für den Vierbeiner zu zaubern! So enthalten die Salate wertvolle Kräuter und das Lebermash unterstützt Leberfunktionen und dient der Leberentgiftung, verbessert zudem die Verdauung und stärkt das Immunsystem.

Auch eine wichtige Rolle spielt eine ausreichende Versorgung mit Zink. Das Spurenelement fördert nicht nur die Regeneration der Leberzellen, sondern es wird auch für die Ammoniakentgiftung benötigt.

Fazit - Die Leber des Pferdes

Die Leber deines Vierbeiners regelmäßig zu unterstützen, macht in jedem Fall Sinn, denn sie hat eine große Auswirkung auf das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit deines Lieblings!

Durch die Kraft der Natur mit ihren zahlreichen Heilkräutern, können wir unsere Pferde auf eine natürliche Weise unterstützen.

Im Kräuterguide für Pferde haben wir eine Auswahl aus 70 Heilkräutern zusammengestellt, mit denen du dein Vierbeiner bei allen möglichen Herausforderungen unter die Hufe greifen kannst! 🌱

Deine Anne & Nico von Pferde-Freundschaften ❤️🐴

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