Wer Pferde hat, fürchtet die Hufrehe mehr als alles andere.

Vor Allem wenn du ein Pony oder eine Robustpferd-Rasse hast, dann wirst du hier gerade besonders hellhörig. 

Was viele nicht wissen: Gerade die Haltung und die Fütterung spielen bei der Hufrehe – oder auch genannt Hufrollenentzündung – eine große Rolle! Hier können die schwerwiegendsten Fehler gemacht werden …

Was die Hufrehe ist, worauf du bei der Versorgung deines Vierbeiners achten solltest und welche natürlichen Mittel es gibt für die Behandlung, erfährst du hier! 

Hufrehe beim Pferd - Inhaltsverzeichnis

Was ist Hufrehe eigentlich und was sind die Ursachen?

Zuerst einmal sei gesagt, dass es sich bei der Hufrehe um eine nicht eitrige Entzündung der Huflederhaut handelt. Diese Haut dient als Verbindungsschicht zwischen der Hornkapsel (also dem „Schuh“) und dem Hufbein (also dem Knochen) und hält diese wie ein Superkleber zusammen!

Kommt es an dieser Stelle jedoch zu einer Entzündung, bricht sie Stück für Stück zusammen.. 

Die Folge: das Hufbein verliert immer mehr an Halt, lockert und senkt sich mit der Zeit nach unten. Es kommt zu einer sog. Hufbeinsenkung und das Hufbein beginnt zu rotieren (Hufbeinrotation) und kann bei nicht rechtzeitiger Therapie sogar durch die Hornkapsel brechen (die Verbindung reißt komplett und es kommt zum Ausschuhen – das ist der Extremfall)

Verständlich warum unsere Vierbeiner also je nach Schweregrad mal mehr, mal weniger Schmerzen empfinden.. Und sich teilweise überhaupt nicht mehr bewegen wollen..

In den meisten Fällen beschränkt sich die Erkrankung nur auf die beiden Vorderhufe. In seltenen, schweren Verläufen können jedoch alle vier Hufe betroffen sein.                 

Die Risikogruppen sind vor allem übergewichtige und immunschwache Pferde. 

Fakt ist: Zuviel Zucker oder generell Kohlenhydrate können bei unseren Pferden die gefürchtete Hufrehe auslösen… Das Überangebot an rasch fermentieren Energielieferanten wie Fruktanen, Stärke und Zucker führt zu einer Verschiebung in der Darmflora, welche Abbau- u. Giftstoffe auslösen kann und dein Pferd übersäuert. 

Es gibt bestimmte Auslöser, von denen du bestimmt schon gehört hast: 

Belastungsrehe

Sie entsteht durch Überbelastung eines oder mehrerer Hufe. Diese kann sich schon bemerkbar machen, wenn dein Vierbeiner sehr lang ohne Auslauf in seiner Box stehen musste …

Geburtsrehe

Geht bei der Geburt eines Fohlen die Nachgeburt nur teilweise ab, können durch die Bakterien dieser, Endotoxine in die Blutbahn geraten. 

Vergiftungsrehe

Sie kann durch die Aufnahme von Giftpflanzen sowie durch Herbizide und Fungizide, Pestizide, Schimmelpilze (Alfatoxine) und Pilzsporen entstehen. Vieles davon findet sich leider heute in etlichen Mischfuttern, Stoh und schimmligem oder verdorbenem Heu. Hin und wieder können auch Impfungen (insbesondere gegen Herpes) oder Wurmkuren eine Vergiftungsrehe auslösen. Besonders dann, wenn ein massiver Parasitenbefall vorlag oder das Pferd in einem allgemein schlechten Zustand geimpft oder entwurmt wurde. 

Futterrehe

Früher dachte man, es sei der Proteingehalt im Futter. Heute weiß man, es liegt am zu hohen Fructan / Kohlenhydratanteil (Stärke) im Futter. Energiereiche Futtermittel enthalten Getreidesorten wie Gerste, Hafer, Mais oder Weizen – diese enthalten Stärke. Unsere Pferde können die Stärke in ihrem Verdauungstrakt gut aufspalten, kommt es aber zu einer exzessiven Stärkefütterung, ist der Dünndarm einfach überfordert…. die Stärke wandert in den Dickdarm und zerstört das Immunsystem. 

EMS (Equines Metabolisches Syndrom) 

Ist der Zuckerstoffwechsel des Pferdes gestört, was z.B. durch zu viel Fütterung geschehen kann (Pferde mit Fettansatz) oder wird zu stärke- u. getreidereich gefüttert, dann lässt das den Blutzuckerspiegel ansteigen. Das Pferd kann dann im schlimmsten Fall das ausgestoßene Insulin nicht mehr regulieren, was eine Hufrehe auslösen kann. 

ECS, PDCD (Equines Cushing Syndrom)

Leider wird Cushing immer öfter diagnostiziert … es kommt vor allem bei älteren Pferden vor. Wie bei EMS ist auch Cushing eine Stoffwechselkrankheit, welche zu Hufrehe führen kann.

Woran erkenne ich ob mein Pferd Hufrehe hat?

Das deutlichste äußere Symptom ist das Gangverhalten des Pferdes. Sie gehen dann ungerne, können zum Teil keinen Schritt vor den anderen setzen, ohne große Schmerzen, was man ihnen auch deutlich ansieht…

Sie können sich kaum wenden, das Gehen auf hartem oder steinigem Boden ist schlecht (noch schlechter als auf weichem Boden). Wenn die Hufrehe nur in den Vorderhufen ist, entlasten die Pferde die Vorderbeine, indem sie sie weit nach vorne strecken. Manche Pferde geben Schmerzlaute von sich oder legen sich hin ohne wieder aufstehen zu wollen. 

 

Typische Symptome sind also:

❌ Entlasten der Zehenspitze

❌ Lahmheit

❌ Schwierigkeiten bei Wendungen

❌ Starke Pulsation am Fesselkopf

❌ Hufkapsel und Hufkrone werden vermehrt warm

❌ leichtes Fieber

fellwechsel pferd

Wie kann ich die Hufrehe-Gefahr mindern?

Neben einer angepassten Fütterung, geht es vorallem darum, dein Pferd nicht so anfällig für Hufrehe zu machen. 

Ein entgleister Stoffwechsel, geschwächtes Immunsystem und eine überlastete Leber sind die Basis für die Anfälligkeit einer Hufrehe. 

Hier ein paar Tipps für dich (und deine Fellnase) 

  • Lass dein Pferd – wenn es Hufreh-gefährdet ist – nicht den ganzen Tag auf der Weide grasen, denn wir können uns kaum vorstellen, wieviel Kohlenhydrate und Fruktane im frischen Gras sind.
  • Überfütterung und Fehlernährung sollte verhindert werden und die Nahrungsmenge wirklich dem Energiebedarf angepasst werden! Unsere Vierbeiner heutzutage brauchen einfach nicht mehr die Getreidemenge wie damals, als sie noch schwer auf dem Feld schuften mussten. Wir empfehlen daher dein Pferd möglichst getreidefrei zu füttern und regen auch zum Nachdenken an, ob und wie viel Kraftfutter unser Vierbeiner wirklich braucht…
  • Die Qualität des Futtermittels sollte einwandfrei sein, um den Organismus frei von Schimmelpilzen und Pestiziden zu halten. 

Was wir hier wirklich auch erwähnen möchten … Wenn du einen “Dicken” hast, dann ist ihm nicht geholfen, wenn du ihm einfach nur weniger zu fressen gibst. Das Pferd braucht einfach mehr “nicht-energieliefernde Nährstoffe”. Es ist also weniger sinnvoll, nur noch Heu zu füttern ohne auf einen guten Mineralstoffhaushalt zu achten – vor allem das Spurenelement Mangan. 

  • Achte auf eine ausreichende Versorgung von Mineralstoffen und Spurenelementen! Zink, Kupfer und Selen sind die Basis für einen guten Stoffwechsel & eine gute Verdaung, ausserdem stärken sie auch das Bindegewebe, welches das Hufbein in der Hornkapsel stärkt. 

  • Übersäuerung vermeiden durch rohfaserreiche Fütterung 

  • Leber schonen und entlasten: Denn durch Übersäuerung, Vergiftung und zu viel Stickstoffproduktion ist dein Pferd ein 1A Kandidat für Hufrehe. Die Heuqualität ist wirklich elementar für die Lebergesundheit – umso kontaminierter das Heu, desto belasteter ist es mit Schadstoffen. Heulage oder Silage sind für Pferde aufgrund der Belastung mit biogenen Aminen, die über die Leber abgebaut werden, nicht geeignet.

  • Eine stabile Darmflora ist elementar: Sie kann pH-Schwankungen besser verkraften und unterstützt den gesamten Pferdeorganismus auch im Thema Übersäuerung. 

Hilfe über Haltung, Fütterung & Pflege

Vorab gesagt: Wir denken nicht, dass 1 KG Hafer Hufrehe auslöst, aber er kann das Fass definitiv zum Überlaufen bringen… Das A und O bei der Arbeit gegen Hufrehe, ist die zukünftige Fütterung beim Pferd.

Fettleibigkeit ist ein großes Risiko für dein Liebling, zu erkranken. Deswegen sollte die Fütterung aus energiereichen und energiearmen Futter bestehen – es sollte an die tägliche Arbeit gut angepasst sein. Bei Aufnahme von zu viel oder sehr leicht verdaulichen Kohlenhydraten, steigt das Risiko für die Erkrankung. 

Vermeide stark getreide-, stärke- oder zuckerhaltige Mischfutter bei der Fütterung deines Pferdes (mit Hufrehe). 

❗ Wie oben bereits erwähnt – vermeide lange Weideaufenthalte, wenn dein Liebling ein Risikokanditat ist. Der Fruktangehalt im Gras ist relativ hoch – sinkt aber auch umso reifer das Gras wird.

Grundsätzlich ist es von Nöten, gerade Pferde mit Hufrehe mit allen wichtigen Nährstoffen sowie Spurenelementen zu versorgen, die für den Aufbau und die Reparatur von Gewebe benötigt werden. Hufrehepferde haben meist eine eingeschränkte Darmfunktion. 

Umso natürlicher du dein Pferd ernährst, desto besser! Gerade in den meisten Fertigprodukten (vor allem in den Leckerlies) sind oft eine Menge Zucker versteckt die den Organismus unnötig belasten. 

Wenn du dich inspiriert fühlst, etwas tolles selbst zu machen, dann schau dir mal das Kochbuch für Pferde an – 60 vollkommen natürliche Rezepte zum Nachmachen für deinen Liebling! 

Was du noch beachten kannst: 

  • ggf. Eisen abnehmen und einen besonderen Beschlag vom Hufschmied anfertigen lassen
  • Nicht überbelasten, bei akutem Fall das Training pausieren
  • Kraftfutter minimieren und auf getreidefreies Futter wie Grünhafer umsteigen
  • Stresshafte Situationen vermeiden, wie Transporte, Umstellungen…

Wenn dein Pferd einen Hufreheschub hat, dann empfehlen wir den Anruf eines Arztes oder Tierheilpraktikers deines Vertrauens! 

Du kannst solange: 

  • Kühlung der befallenen Hufe mit sehr kaltem Wasser
  • in der Regel strikte Boxenruhe (tiefes Einstreu – Späne)
  • kurzfristige Gabe schmerzstillender Medikamente 
Sanfte Heilung für Pferde

Hilfe aus der Natur für Hufrehe

Entscheidend ist der ganzheitliche Ansatz und nicht nur das Bekämpfen des Symptoms. Neben einer bedarfsgerechten Fütterung, der Unterstützung von Leber und Darm hilft uns die Natur mit weiteren Mitteln!

Was wir bei einem akuten bzw chronischem Fall tun? 

Die Soforthilfe, mit der wir die beste Erfahrung gemacht haben: Blutegel ansetzen! 

Je nach Zustand und Vorbehandlung 1-4 Egal an den Kronrand setzen (lassen). Wenn mehrere Hufe betroffen sind, 2 Stunden versetzt ansetzen, und bei Bedarf wiederholen. 

❗ Wichtig: Wenn du noch keine Erfahrungen in dem Gebiet hast, unbedingt von einem Experten zeigen lassen oder einen Kurs belegen !

Und Kräuter?

Am Besten welche die die Durchblutung fördern, Entzündungen hemmen, den Stoffwechsel anregen und je nach Fall etwas Schmerz lindert.

Eine Kombi aus Birkenblätter, Brennnessel, Weißdorn und Schafgarbe hat sich überaus bewährt! Auch Kräuter wie Mariendistel, Artischocke, Löwenzahn und Süßholz bewirken durch ihre regenerativen Wirkstoffe eine gezielte Harmonisierung der Leberfunktion. 

Im “Kräuterguide für Pferde” findest du alle Informationen, welche Kräuter dein Pferd am Besten unterstützen und vor allem auch wie viel und wie du sie verwenden kannst! 

🌿 Und es gibt noch mehr!

Auch äußerliche kann die Phytotherapie (Anwendung mit Kräutern) sehr hilfreich sein. Ebenfalls die Homöopathie, Schüssler Salze und Heilpilze können dein Pferd bei Hufrehe enorm stärken und helfen zu heilen. 

In unserem Buch “Die sanfte Heilung für Pferde” gibt es 5 ganze Seiten mit Therapievorschlägen für die Unterstützung deines Vierbeiners bei Hufrehe!

Fazit - Hufrehe beim Pferd - Was tun?

Es ist also nicht unbedingt so, dass nur die dicken Ponys an Hufrehe leiden … Nein, wirkliche jede Pferderasse, egal welchen Alters, kann leider daran erkranken. 

Es ist entscheidend, wie du dein Pferd allgemein versorgst und wie gesund es ist. Umso stärker das Innenleben desto robuster das Außenleben! 

Wir müssen nicht unbedingt auf Medikamente zurückgreifen oder uns damit zu Frieden geben, dass unser Pferd jedes Jahr das Selbe Drama erlebt oder wir angespannt der Zeit entgegensehen…

In “Die sanfte Heilung für Pferde” siehst du, wieviel Möglichkeiten es gibt, deine Fellnase ganzheitlich zu unterstützen, ohne schädliche Nebenwirkungen, die den Organismus belasten und letzendlich wieder ein Risiko für die Erkrankung darstellt…

Wir drücken Dir und deinem Vierbeiner fest die Daumen! 

Deine Anne & Nico ❤️🐴

Unser Buch-Tipp:

Auf 138 Seiten erfährst du alles Wichtige zu 25 der häufigsten Erkrankungen die das Leben unserer Vierbeiner ziemlich erschweren können. Du erhältst natürliche Therapievorschläge wie du sie mit alternativen Behandlungsmethoden wie Kräuter, Heilpilze und Schüßler Salze auf sanfte Weise langfristig behandeln kannst!

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