Vorsicht vor dem Jakobskreuzkraut!

jakobskreuzkraut pferd

Du bist bestimmt schon einmal an diesen hübschen, gelb-blühenden Pflanzen vorbeigefahren..

Wenn nicht, achte einfach das nächste Mal auf den Seitenstreifen der Autobahn, dort hat man sie nämlich dämlich großzügig ausgesät, das Jakobskreuzkraut!

Die Samen des JKK werden durch den konstanten Windzug von Autos etc.   schnell verbreitet und landen im schlimmsten Fall auf unserer Wiese!

Mittlerweile ist das  Kraut nicht nur für Tiere sondern auch für uns Menschen eine Gefahr (zB. Honig, da Bienen sich an dessen Blütenstaub vergreifen)

Ich selbst kenne diese Plage und kann wirklich nur den Kopf schütteln das kaum  etwas unternommen wird und sich die Giftpflanze immer weiter verbreiten kann. Durch die schnelle Verbreitung können jedes Jahr immer weniger Wiesen zur   Heuernte genutzt werden und Koppeln müssen regelmäßig von JKK befreit werden!

 

Was ist Jakobskreuzkraut und ist es für mein Pferd gefährlich?

Jakobskreuzkraut ist ein Greiskraut und gehört zu der Familie der Korbblüter leider gibt es neben  dieser Giftpflanze noch andere ihrer Art (wie zB. Frühlings- oder Alpelkreuzkraut)

Diese toxischen Pflanzen haben sich in den letzten Jahren rasant verbreitet und  werden immer präsenter! Die Wirkung der Pyrrolizidin-Alkaloide macht es so gifitg für Mensch und Tier.

Nimmt ein Pferd diese Alkaloide zu sich, kann es zu einer chronischen  Lebervergiftung kommen. 

Wichtig: JKK baut seine Alkaloide nicht ab wenn es getrocknet ist. Deshalb ist es noch  im Heu oder Silage giftig! Tödliche Dosis liegt bei ca. 2-4 kg getrocknet im Heu oder 14-20kg Frischpflanzen (je nach Gewicht des Pferdes)..

 

Wie erkenne ich JKK?

jakobskreuzkraut pferdDie Hauptblütezeit von JKK ist von Juli bis August. Man findet es jedoch auch schon  vereinzelnd ab Mitte Juni. Eine Pflanze besteht aus mehreren gelben Einzelblüten, mit jeweils 13 gelben  Zungenblättern. Die Stängel einer erwachsenen Pflanze sind leicht rot bis violett und können bis zu einem Meter hoch werden.

Wenn die Pflanzen noch jung sind erkennt man sie an den tief  geschlitzten Blättern, Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit  Johanniskraut, Rainfarn und oder Wiesenpippau.

 

Symptome bei einer Vergiftung mit JKK

Erste Anzeichen für eine Vergiftung können bei Pferden häufiges Gähnen oder Koliken sein.

Meist erkennt man eine Veränderung des Wesens und ein Nachlassen der Kondition – unter anderem wirkt es teilnahmslos. Es kommt zur Fressverweigerung und darauf folgt ein rapider Gewichtsverlust.

Des Weiteren können Schwellungen und Rötungen im Gesicht und an den Fesseln auftreten.

Was meist sehr ausgeprägt ist, ist das ziellose Wandern mit unkoordinierten  Bewegungsabläufen (im Englischen nennt man dies auch „Walking Disease“)

Bei manchen Pferden tritt eine Gelbfärbung der Lidbindehaut auf. Außerdem kann die Aufnahme von Alkaloide eine toxischen Hufrehe auslösen.



Wie bekämpfen/entfernen?

jakobskreuzkraut pferdManche versuchen das JKK mit reinem Abmähen zu bekämpfen. Dies bewirkt jedoch genau das Gegenteil – die Pflanzen verbreitet sich dadurch noch schneller!

Es gibt zwei Varianten um Jakobskreuzkraut zu bekämpfen. Das wäre einmal die   mechanische und die chemische Weise.

Ich selbst bevorzuge die mechanische Weise:

Bei dieser Variante gräbst du die Pflanzen vor der Blütezeit samt Wurzel(können bis  zu 40cm in das Erdreich wachsen!) mit einer Grabgabel oder einem Ausstecher aus  und verbrennst sie am Besten..

Entscheidest du dich dafür, solltest du IMMER Handschuhe dabei tragen, da dass  Gift auch über die Haut aufgenommen wird!

 

Wohin mit den ausgestochenen Pflanzen ?

Wenn du das Jakobskreuzkraut ausgestochen hast, solltest du es niemals liegen   lassen oder in den Biomüll schmeißen, da es dort erneut austreibt.

Die beste Entsorgung ist der Weg zu einer Biogasanlage. Dort verlieren die Samen  komplett ihre Keimfähigkeit und es entsteht keine neue Giftpflanze.

Wenn es überhaupt nicht anders geht und das JKK tritt zu stark auf, bleibt dir keine  andere Wahl, als die chemische Weise anzuwenden:

Dabei werden Herbizide im Frühjahr auf die Giftpflanzen gespritzt. Dies lässt das  JKK absterben.

Bei dem Einsatz von Herbiziden musst du darauf achten, dass dies unbedingt von  geschultem Fachpersonal durchgeführt wird.

Die Pflanzen sollten nach dem sie abgestorben sind, ebenfalls entfernt werden!

 

Wie erkenne ich Jakobskreuzkraut im Heu?

fellwechsel pferdJKK ist vor allem im Heu und in der Silage besonders gefährlich. Die Pflanzen  verlieren ihren Eigengeruch, schmecken nicht mehr bitter und werden teilweise sogar  bevorzugt gefressen..

Das Kraut erkennst du im Heu an den braun bis lila gefärbten Stängeln. Ich konnte leider schon sehr oft beobachten, dass manche Bauern keine Weidepflege betreiben und das JKK mit abmähen.

Deshalb: Immer Augen auf! Schau dir dein Heu (oder noch besser, das Feld von dem  du dein Heu erhalten wirst) sehr genau an, da das JKK getrocknet genauso giftig ist  wie frisch.

 

Vorbeugung

Die Heilungschancen stehen bei einer Vergiftung mit JKK nicht allzu gut.. Achte  darauf, dass dein Pferd es weder frisch noch getrocknet frisst!


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