Die 5 wichtigsten Dinge, auf die du unbedingt achten solltest, damit dein Pferd optimal durch den Winter kommt!

Pferd im Winter

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen immer kälter. Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu, die kuschlige Decke wird das zweite Zuhause und als  Reiter stehen wir gerade im Winter vor den unterschiedlichsten Herausforderungen.

Wie bringe ich mein Pferd gesund, fit & unverletzt durch die eisige Jahreszeit?

Pferd im WinterAls wäre das frostigen Klima nicht schon hart genug, ist der stressige Fellwechsel voll im Gange – unsere Vierbeiner benötigen mehr Energie & Nährstoffe, damit das längere & dichtere Fell sich problemlos bilden kann. 

Damit aber auch diese Jahreszeit zu einem vollen Genuss wird, haben wir hier die 5 wichtigsten Dinge, auf die du unbedingt achten solltest, damit dein Pferd optimal durch den Winter kommt!

1.Wie füttere ich mein Pferd im Winter?

Wie schon in der Einleitung erwähnt, steigt sowohl der Energie- als auch der Nährstoffbedarf gerade in dieser Zeit an. Deshalb ist es auch so wichtig, die Futterration rechtzeitig an dein Vierbeiner anzupassen (das heißt, nicht einfach nur das Kraftfutter erhöhen).

Raufutter

Die zusätzliche Energie (etwa 1/3 mehr) wird zu einem großen Teil zum Wärmen benötigt und sollte hauptsächlich durch hochwertiges Raufutter (Heu) gedeckt werden.

Du erkennst gutes Heu vor allem an Farbe, Geruch, Struktur und ob es staubig ist oder nicht.  Es sollte immer  eine grüne Farbe, einen frischen Geruch und eine feste Struktur aufweisen mit langen Halmen (mindestens 25cm, je länger, desto mehr Raufaser ist enthalten)

Wenn es grau ist und modrig riecht, kannst du davon ausgehen, dass es keine gute Qualität aufweist und für dein Pferd nicht geeignet ist.

Gerade jetzt wo die meisten Weiden eher kark und unbewachsen sind, solltest du besonders auspassen. Warum?

  1. Gefrorenes Gras ist nicht optimal für die Verdauung und kann zu Koliken führen. Stelle dein Pferd also lieber nicht hungrig auf die Koppel und gib ihm/ihr etwas Heu dazu.
  2. Das Hungrigsein bringt noch ein weiteres Problem mit sich und ist vergleichbar wie bei uns Menschen – wenn wir einen leeren Magen haben, essen wir fast alles..und die meisten Vierbeiner leider auch – dazu zählen auch Giftpflanzen wie Thujas & Eibe (Kontrolliere also am Besten jetzt einmal deine Weide )

Hat dein Pferd Probleme mit den Zähen und kann das Raufutter nicht ausreichend zerkleinern, evtl. einen Zahnarzt einschalten oder bei einer natürlichen Abnutzung auf Heucobs zurückgreifen.

Mineralfutter

Neben dem Raufutter spielt das Mineralfutter die zweit-wichtigste Rolle, vor allem während dem Fellwechsel. Damit ausreichend Bausteine für das neue Fellkleid verfügbar sind, müssen wir diese von außen zuführen, da unsere Vierbeiner sich heutzutage nicht mehr an der Natur bedienen können (Bitte niemals vergessen, wir tragen die komplette Verantwortung)!

Achte hier unbedingt auf natürliche Inhaltsstoffe und schaue nicht zu sehr auf den Preis (das was du hier sparst, gibst du dafür später beim Tierarzt aus).

Eine Unterversorgung von Mineralien zeigt sich unter Anderem an einem schlechten Fellwechsel oder wenn dein Pferd trotz ausreichend Raufutter abnimmt. 

Darüber hinaus solltest du deinem Vierbeiner gerade zu dieser Zeit einen Salzleckstein (besser ganzjährig) zur freien Verfügung stellen.

Mash

Mash selber machen

Gerade zu Beginn der kalten Jahreszeiten ist Mash eine gute Alternative da es auch lauwarm verfüttert werden kann und wird von vielen Reitern zB. gerne als Aufbaunahrung  nach einem Krankheitsfall verwendet. 

Es wirkt appetitanregend, ist leicht verdaulich und kann gerade während dem Fellwechsel enorme Unterstützung bieten!

Wenn keine Stoffwechselprobleme bekannt sind, kannst du es 1-2 x wöchentlich als Kraftfutterersatz verfüttern, aber nicht zu oft, da  sonst zu viele Darmbakterien zerstört werden.

Übrigens kannst du es auch mit wenigen Zutaten auf natürliche Weise ganz einfach selbst zubereiten. So hast du die volle Kontrolle und weißt ganz genau, was dein Vierbeiner da überhaupt frisst. Wie genau das funktioniert, erfährst du HIER.

Darüber hinaus kannst du es mit allerlei gesunden Zutaten pimpen wie zB. rote Beete oder einem Öl!

Ölfütterung

Öl liefert eiweißarme Energie und essentielle Fettsäuren, die gerade für Haut & Fell wichtig sind. Hier kann zB. Schwarzkümmelöl eine sinnvolle Ergänzung im Futterplan darstellen, um dein Pferd während dem Fellwechsel/Winter zu unterstützen – langsam anfangen und täglich erhöhen wenn es vertragen wird.

Knabberäste

Knabberäste für PferdeUnsere beiden Friesen nutzen aktuell jede Möglichkeit, das Laub auf dem Boden zu fressen oder an Rinden & Äster zu knabbern. Dies ist übrigens (meist) keine Unart und gehört zum   natürlichen Trieb unserer Pferde  dazu.  (Auch wenn dies leider aus der modernen Pferdehaltung schon fast verschwunden ist)

Warum dem Vierbeiner also nicht mal zur Abwechslung ein paar Knabberäste in den Offenstall, auf das Paddock oder in die Box legen?

Sie dienen ideal als   gesunde & natürliche Beschäftigung   und sind   gute Vitamin- und Mineralstoffquellen   (heißt natürlich nicht, dass du dein Mineralfutter weglassen solltest)

Welche du dafür verwenden kannst und von welchen du lieber die Finger lassen solltest, erfährst du HIER.

Getränke

Apfelpunsch für PferdeWer bisher gedacht hat, Pferde würden nur Wasser trinken, der hat sich getäuscht!

​Sie nehmen täglich um die 30-50l Flüssigkeit zu sich und wissen es sehr wohl zu schätzen, 
wenn sie mal  eine süße oder würzige Abwechslung in Form eines Tee’s, Smoothies oder Punsch zubereitet bekommen..

Sie schmecken nicht nur und dienen hervorragend als kleiner „Snack“, wenn sie mit Bedacht zusammengestellt werden, können sie sich sogar überaus positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden deines Vierbeiners auswirken!

Hier das Rezept vom Apfelpunsch aus unserem Kochbuch für Pferde:

  • 2-3 Äpfel
  • 10g Zimt
  • 10g Anis
  • ca. 1l Wasser

Zubereitung: Äpfel entkernen, in kleine Stücke schneiden und in einen Topf geben. Anschließend mit Wasser überdecken und für ein paar Minuten kochen lassen Danach das Ganze zusammen mit Zimt, Anis sowie dem restlichen Wasser in den Mixer geben und ordentlich mixen – abkühlen lassen, lauwarm verfüttern und das glückliche Geschmatze genießen!

Wichtig: Falls dein Pferd zu rund ist (ein dickerer Bauch über die kalte Jahreszeit ist okay und normal) niemals am Mineralfutter und nur ganz wenig am Raufutter sparen

Lieber Kraftfutter, Öl, Leckereien reduzieren und mehr Bewegung gönnen, was uns direkt zum 2. Thema bringt..

2. Wie bewege ich mein Pferd im Winter?

Wenn uns der Wind bei eisigen Temperaturen um die Ohren pfeift, wollen wir uns oftmals einfach nur unter der kuschligen Decke verkriechen..nicht aber unsere Vierbeiner!

Gerade zu dieser Zet sind sie besonders knackig, wollen sich bewegen und auf der Winterkoppel austoben – die Realität sieht meist aber leider anders aus..

Die Zeit im Stall erhöht sich, die Zeit im Freien wird auf Grund schlechtem Wetter, fehlender Zeit oder matschigen Koppeln reduziert. Viele Pferde werden explosiv, unruhig und zeigen teilweise sogar Verhaltensstörungen an den Tag! (Verständlich, wenn sie 22 Stunden in der dunklen & engen Box stehen müssen und sich nur für 2 Stunden bewegen können)

Gerade unseren Oldies fällt diese Zeit besonders schwer, vor allem dann, wenn der Koppelgang wegfällt – wer rastet der rostet!

Auch wenn diese Zeit nicht einfach scheint, für das Wohl des Pferdes sollten wir uns aufraffen und dem Liebsten eine angemessene Abwechslung & ausreichend Bewegung bieten.

Das Ganze hat nämlich viele Vorteile:

  • die Muskulatur bleibt erhalten
  • Sehnen, Bänder & Gelenke werden gut durchblutet
  • die Gelenkschmiere läuft besser
  • das Aufbautraining im Frühjahr verkürzt sich
  • das Verletzungsrisiko sinkt
  • der gesamte Stoffwechsel wird unterstützt

Was kannst du sonst so neben dem Reiten auf dem Platz oder in der Halle machen?

fellwechsel pferd

  1. Ausritte im Wald – er schützt vor Regen und bietet viel Abwechslung mit der du dein Pferd gut gymnastizieren kannst (zB. über Baumstämme laufen/springen, bergauf und bergab gehen)
  2. Longieren – stärkt die Muskulatur und erhält/fördert die Gleichmäßigkeit beider Seiten. Wenn du schon etwas Erfahrener bist, kannst du hier auch super mit der Doppellonge und dem Kappzaum arbeiten oder das Ganze sogar mit der Stangenarbeit kombinieren
  3. Lange Spaziergänge – stärkt das Vertrauen zueinander, gönnt Bewegung und liefert frische Luft
  4. Allgemein Bodenarbeit 

Wichtig: Vor dem Training immer gut warmlaufen (ca. 20 Minuten), nach dem Training gut trocken laufen/reiten und darauf achten, dass der Boden nicht zu rutschig ist.

Wie viel sich dein Vierbeiner bewegen kann, hängt natürlich auch stark von der Haltung ab..

3. Worauf bei der Haltung im Winter achten?

Neben ausreichender Bewegung brauchen unsere Pferde vor allem eines..frische Luft!

Stalltüren & Fenster werden auf Grund der Kälte gerne mal geschlossen, hier gilt jedoch: Luft ist wichtiger als Wärme und unsere Vierbeiner haben große empfindliche Lungen, der Staub gar nicht gut tun.

Pro Minuten strömen etwa 60 Liter Luft hinein und du kannst dir sicherlich vorstellen, wie viel Staub, Schmutz und zB. Ammoniak in einer dunklen & stickigen Box dort hinein gelangen können – kein Wunder also, warum viele Pferde gerade im Winter häufiger unter Atemwegsproblemen und Husten leiden, als den meisten lieb ist. 

Aus diesem Grund solltest du deinem Vierbeiner immer ausreichend frische Luft zur Verfügung stellen und die Staubbelastung so gering wie möglich halten. Wie stellst du das an?

  1. Staubfreies Einstreu  verwenden – wie Hanf, Miscanthus oder Späne (Stroh soll sogar eine 4-fache Staubbelastung wie Späne haben)
  2. mehr frische Luft – Türen & Fenster auf, Spaziergänge, Koppel, Paddock verwenden aber darauf achten, dass der Zugwind nicht zu groß ist
  3. Heu in Wasser eintauchen – nur mit dem Schlauch reicht leider nicht aus, das haben wir schon probiert, mit einem großen Bottich (gibt es günstig im Baumarkt zu kaufen), etwas Salz und das Wasser rein und Heu gut eintauchen haben wir bisher die besten Erfahrungen gemacht. Es gibt mittlerweile aber auch sog. Heubedampfer!
  4. Heu/Stroh nicht unbedingt neben der Box lagern
  5. wenn möglich 2-3 x pro Woche Vollgas für 2-3 Minuten – um die Lunge mal so richtig zu belasten und komplett zu reinigen

Darüber hinaus ist es wichtig, dass du die Tränken regelmäßig kontrollierst (gerade wenn du Selbstversorger bist), wenn es Nachts länger Minusgrade gibt, können die Leitungen platzen! 

Es gibt hier übrigens auch Heizsysteme, die sehr hilfreich sein können und die wir auch bald bei uns installieren werden. 

Bei Dauerfrost kannst es für Pferde mit Paddock besonders gefährlich werden, wenn diese ausrutschen oder teilweise gar nicht mehr darauf laufen können. 

Hier kann Salz, Sand oder Stroh als Unterlage Abhilfe schaffen und den Vierbeiner vor ernsthaften Verletzungen bewahren.

4. Braucht mein Pferd eine Decke?

Pferd eindecken

Wenn man jetzt durch die Ställe geht, sieht man nur noch wenige Vierbeiner ohne eine Decke auf und wenn man es nicht tut, wird man meisten schief angeschaut. 

Kommentare wie „Willst du dem nicht mal ne Decke aufziehen? Der friert doch total!“ sind dabei keine Seltenheit.

Klar, es ist nur gut gemeint..aber mal ehrlich. Wie haben es die Vierbeiner nur all die vielen Jahre vor uns ohne eine Decke ausgehalten? Und was ist wohl der Grund, warum sie im Winter ein Kuschel-Fell bekommen?

Ihr Organismus ist überaus anpassungsfähig und kommt hervorragend mit Temperaturunterschieden von 40°C zurecht! 

Gerade jetzt während dem Fellwechsel sollte man nicht in die Thermoregulation eingreifen – die meisten Decken sind nicht atmungsaktiv wodurch der Hautstoffwechsel gestört wird und nicht richtig funktionieren kann, die Folge:

  • der komplette Organismus wird geschwächt
  • die Anfälligkeit für Krankheiten erhöht sich
  • Hufe, Haare & Fell haben keinen guten Zustand

Darüber hinaus hat dein Vierbeiner auch nicht mehr die Möglichkeit sich selbst zu pflegen (wälzen).

Unsere Meinung nach benötigt ein gesundes Pferd also KEINE Decke, sie fühlen sich selbst bei geringen Minusgraden pudelwohl..

Dennoch bestätigen Ausnahmen die Regel und so kannst es Situationen geben, in denen es dennoch Sinn macht einzudecken.

Zum Beispiel bei einer Erkrankung, älteren Pferden, Abmagerung oder aber auch wenn es aus Kübeln regnet, der Wind pfeift und keine Unterstellmöglichkeit gegeben ist.

5. Wie pflege ich mein Pferd im Winter?Pferd im Winter

Da unsere Vierbeiner gerade zur regnerischen & matschigen Jahreszeit gerne mal etwas schmutziger daher kommen, macht es Sinn sowohl vor als auch nach dem Training zu putzen (Gerade die Sattelregion wenn du reitest) und Schmutz sowie Schweiß zu entfernen.

Vorsicht bei Verwendung von (warmen) Wasser! Bei der Kälte dauert es ewig bis das Winterfell trocknet und bei starkem Wind können unsere Pferde dabei schon mal frieren.

Da das Fell deutlich länger & dichter ist, benötigst du womöglich auch spezielle Bürsten (es gibt für den Winter sog. Striegel oder zB. Ausdünnbürsten) und noch wichtig: keine Präparate verwenden, die in den Hautstoffwechsel eingreifen und den pH-Wert beeinflussen können.

Darüber hinaus solltest du die Hufe regelmäßig (am Besten täglich) und ausführlich auskratzen und prüfen, ob sich Schnee angehäuft hat (wenn es denn mal schneien würde..)

Tipp: Gerade zu dieser Jahreszeit kann es Sinn machen, den kompletten Stall + Zubehör zu desinfizieren (zB. mit kolloidalem Silber) da das Risiko für eine Pilzinfektion gerade jetzt erhöht ist.

Pferde im Winter – Fazit

Von uns Reitern wird zum Ende des Jahres nochmal alles abverlangt. Unsere Vierbeiner haben einen erhöhten Energie- sowie Nährstoffbedarf, sind dem Stress des Fellwechsels ausgesetzt und benötigen bei der Kälte regelmäßig Bewegung sowie frische Luft. 

Wer hier genau weiß, was zu tun ist, erspart sich eine Menge Ärger für sich und sein Pferd. 

Wir hoffen wir konnten dir eine kleine Anleitung geben, auf was du gerade im Winter achten solltest, damit auch dieser zu einem vollen Genuss mit deinem Vierbeiner wird!

Dein Team Pferde-Freundschaften

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Zum Kochbuch!

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