Teufelskralle für Pferde: Hilft bei Arthrose, Spat und Co.!

Teufelskralle für Pferde

Die Teufelskralle ist bei uns inzwischen seit vielen Jahrzehnten ein beliebtes pflanzliches Heilmittel für entzündliche und degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates. Als Heilmittel wartet sie mit einem breiten Wirkspektrum auf und kann bei vielen Krankheiten hilfreich eingesetzt werden. 

Was ist die Teufelskralle genau?

Teufelskralle für PferdeDie Teufelskralle (lat. Harpagophytum procumbens) ist in Afrika beheimatet und gehört zu den Sesamgewächsen. Sie lebt in trockenen Savannen und Steppen und gilt als ein bodennaher  Geophyt. Diese Pflanzengruppe hat die besondere Eigenschaft durch Speicherorgane wie Wurzeln genug Lebenselixier speichern zu können, um auch härteste Dürren zu überstehen.

Die Teufelskralle zieht sich nach der kurzen Vegetationsperiode komplett ins Erdreich zurück und überdauert die Trockenheit bis zum nächsten Austrieb. Die überirdischen Pflanzenteile sind eher unspektakulär, wunderschön sind jedoch die satt voilett-gelben Blüten. Ihren Namen hat die Teufelskralle von den bizarr anmutenden Früchten. Diese wirken tatsächlich wie krallenbesetzte Klauen und verhaken sich gerne in Tierbeine. So breitet sich die Pflanze in der Savanne aus. Bei Hirten war die Teufelskralle daher immer sehr unbeliebt, nicht selten lässt sie unschöne Verletzungen am Tier zurück. 

Gewinnung und Verarbeitung 

Exportiert wird die Teufelskralle hauptsächlich von den Ländern Namibia, Botswana und Südafrika. Dort werden die Wurzeln in mühsamer Arbeit zumeist in Wildsammlung gewonnen. Als Heilmittel verwendet werden nur die knolligen Speicherwurzeln, die bis in Tiefen von 2 m ausgegraben werden. Wichtig ist für die Sicherung der Bestände, dass Sammler die Zentralwurzeln kennen und stehen lassen.

Leider zerstörten ungeschulte Sammler inzwischen viele Wildbestände und örtlich gilt die Teufelskralle bereits als gefährdet.

Exportiert wird die getrockneten Wurzeln in alle Welt und dort zu Pulvern, Tinkturen und Arzneien weiter verarbeitet. 

Die Wirkstoffe der Teufelskrallen-Wurzel

Die besondere Wirkung wird bisher auf die enthaltenen Bitterstoffe, so genannte Irioide, zurückgeführt. Als man die Wirkstoffe Harpagid oder Harpagosid jedoch isoliert klinisch getestet hat, zeigten sie kaum eine Wirkung. Bei der Teufelskralle geht es also einmal mehr um das Komplettpaket, das die Natur dir und deinem Pferd zur Verfügung stellt. 

Bitterstoffe wirken entgiftend und haben die Eigenschaft, den Stoffwechsel, die Magensaftproduktion und den Appetit anzuregen. Neben den Irioiden sind in der Wurzel Zimtsäure und die als Radikalfänger bekannten Flavonoide enthalten. 

Die Wirkung der Teufelskralle auf dein Pferd

Altes Pferd

Der Wirkstoff-Mix in der Wurzel wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Am Anfang von degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates steht immer ein entzündliches Geschehen. Den akuten Zustand bezeichnet man als Arthritis und das anschließende chronische Verschleißgeschehen als Arthrose. Spat und Hufrollenentzündung sind Sonderformen, die im einem Fall nur das Sprunggelenk und im anderen den Bereich rund um Strahlbein, Beugesehne und Hufrollenschleimbeutel betrifft. 

Die Teufelskralle kann nun also zum einen die akute Entzündung lindern, indem sie im Körper, die Bildung bestimmter Botenstoffe anregt. Zum anderen sorgen enthaltene Antioxidantien zusätzlich für den Abtransport von Schlacken und Abbauprodukten, die sich durch die Entzündung am Gelenk oder im Gewebe angesammelt haben. 

Durch dauerhafte Entzündung baut sich im Gelenk die Knorpelmasse ab. Diese dient deinem Pferd normalerweise als Puffer und Stoffdämpfer. Ist dieser nicht mehr ausreichend vorhanden, kann es zu schmerzhaften Reibungen im Gelenk und damit zur Lahmheit kommen. Wichtig ist dann, dass das betroffene Gelenk noch genug Gelenkschmiere ausbilden kann und auch hier scheint der Wirkkomplex der Teufelskralle wertvolle Hilfestellungen zu leisten. 

Das dritte große Plus der Teufelskralle-Wurzel ist die anregende Wirkung auf die Verdauungssäfte sowie die Entgiftungs- Organe Leber, Milz und Nieren. Wo genug Magensäure vorhanden ist, kann der Nahrungsbrei besser verwertet und der gesamte Organismus unterstützt werden. 

Darreichungsformen der Teufelskralle 

Die Teufelskralle für Pferde wird bei uns getrocknet, gemahlen oder geschnitten angeboten. Du findest sie häufig auch als Bestandteil in Fertigmischungen speziell für die genannten Krankheiten. Solche Mischprodukte in Pelletform oder als Pulver enthalten meistens weitere Bestandteile wie Ingwer, Antioxidatien, Vitamine und Mineralien – hier aber unbedingt auf eine natürliche Zusammensetzung achten!

Die pure Teufelskralle als Pulver oder geschnitten, wird von den Pferden in der Regel sehr gut angenommen. Sie ist bitter, was Pferde lieben, aber nicht scharf wie beispielsweise der Ingwer. Sollte dein Pferd den Geschmack doch nicht mögen, kannst du Teufelkralle flüssig ausprobieren. Angeboten werden Mischungen in praktischen Liter-Dosierflaschen oder auch günstige Großpackungen zu 5 oder sogar 10 Litern. Flüssige Teufelskralle für Pferde besteht aus dem in Wasser gelösten Wurzel-Auszug und ist mit Glucosesirup, Dextrose und gelegentlich zusätzlichen Vitaminen angereichert. Die Süße überdeckt den Eigengeschmack der Wurzel ganz gut und lässt auch mäkelige Schleckermäuler besser zugreifen.

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Übrigens kannst du sie zB. auch in deine Pferdeleckerlies packen – passende Rezepte (wie zB. gesunde Gelenk-Fit Donuts) findest du HIER in unserem Kochbuch für Pferde.

Dosierung Teufelskralle für Pferde 

Für die Teufelskralle pur geschnitten oder gemahlen gilt ein Richtwert von 20 bis 30 Gramm Tagesdosis für ein durchschnittlich großes Warmblutpferd mit ca. 600kg. Wie bei allen pflanzlichen Produkten kann es je nach Sammelregion, Wetter und Verarbeitung zu Schwankungen in der Wirkstoff-Konzentration kommen. Es ist also durchaus möglich, dass du die Dosierung etwas variieren musst. 
In der Regel solltest du nach spätestens drei bis vier Wochen einen deutlichen positiven Effekt spüren. Bleibt der aus, kannst du vorsichtig nach oben dosieren.

Am besten besprichst du das zusätzlich mit deinem Tierarzt oder dem Heilpraktiker. Bei den Teufelskralle flüssig Angeboten ist der Wirkstoffgehalt nochmals anders, je nachdem, wie viel Extrakt, Wasser oder Zusätze enthalten sind. Hier solltest du unbedingt auf die Dosierungsanleitung auf der Packung achten. Ganz genauso natürlich bei allen anderen fertigen Mix-Präparaten. 

Wann und wie lange du zufüttern solltest

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Teufelskralle für Pferde muss anfangs täglich und regelmäßig zugefüttert werden. Du solltet sie wie alle neuen Futtermittel ganz langsam ins Futter einzuschleichen. Die getrocknete Wurzel wird einfach unter die tägliche Futterration gemischt und Teufelskralle flüssig darüber gegossen. 

Da es auch bei der Teufelskralle zu Gewöhnungseffekten kommen kann, empfiehlt sich die kurweise Fütterung und das anfangs über ca. 8-10 Wochen. Wichtig ist, dass auch pflanzliche Mittel nie abrupt abgesetzt werden sollten. Lieber schleichst du die Gabe genauso behutsam aus, wie du anfangs hoch dosiert hast. 

Geht dein Pferd nach dem Absetzen sofort wieder lahm, kannst du den Zeitraum verlängern oder du musst eventuell doch dauerhaft zufüttern. Alternativ könntest du über einige Zeit auch Ingwer oder Hagebutten füttern. 

Wichtige Hinweise für die Zufütterung 

Wenn dein Pferd bekannte Magenprobleme oder gar ein Magengeschwür hat, kann sich die Teufelskralle negativ auswirken. Die Bitterstoffe können eine angegriffene Magenschleimhaut zu sehr reizen. Dann bitte wirklich nur in Abstimmung mit dem THP füttern oder du greifst auf andere Produkte wie Grünlippmuschel-Extrakt zurück. 

Da es sich bei der Wurzel um ein schmerzstillendes Mittel handelt, können Lahmheiten überdeckt werden und die Gefahr auf eine Überbelastung besteht – hier unbedingt gut beobachten und wahlweise absetzen.

Für trächtige Stuten ist die Teufelskralle nicht geeignet, da zu wenig Erfahrung in dem Bereich vorliegt. Es besteht jedoch eine Annahme, dass sich die Wurzel auch durch den Gehalt an Zimtsäure weitend auf die Uterusmuskulatur auswirkt. 

Teufelskralle für Pferde – Fazit

Teufelskralle ist ein bewährtes pflanzliches Heilmittel, das in der Regel sehr gut angenommen und verwertet wird. Sie hat ein breites Wirkspektrum und hilft bei entzündlichen, degenerativen Erkrankungen und chronischen Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates. Teufelskralle sollte langsam angefüttert und kurweise verfüttert werden. Durch ihre schmerzstillende Wirkung können Lahmheiten überdeckt werden, hier ist also wie beim Ingwer ebenfalls Vorsicht geboten. Besonders empfehlenswert ist die Zufütterung im Winter, zur feucht-kalten Jahreszeit.

Hast du schon Erfahrungen mit Teufelskralle bei Pferden gemacht? 

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