Sommerekzem bei Pferden und dessen Behandlungsmöglichkeiten

Sommerekzem bei Pferden

Ein Sommerekzem ist eine allergische Reaktion  die durch den Speichel von  Stechmücken aus der Gattung der Culex, Gnitzen und Kriebelmücken  hervorgerufen wird. Sie zählt zu eine der am häufig verbreitesten Hautkrankheiten und löst einen extremem Juckreiz aus. Das Pferd ist sehr unruhig und kratzt sich teilweise die betroffenen Stellen blutig!

Betroffen sind vor allem Stellen an denen die Haare senkrecht stehen oder von Mücken leicht zu erreichen sind. Darunter Mähnenkamm, Schweifrübe, Bauch, Gesicht und Ohren. 

Am meisten sind nordische Rassen  wie  Norweger, Isländer und Friesen betroffen. Evolutionsbedingt sind diese Pferde anfälliger für das Sommerekzem, da die Kriebelmücke in diesen Regionen selten anzutreffen ist.

In den letzten Jahren ist jedoch eine Zunahme der Erkrankung auch über heimische  Rassen zu beobachten. Ursache hierfür könnte zum einen die beliebte und artgerechte Offenstallhaltung und damit verstärkter Kontakt mit den allergieauslösenden Insekten, zum anderen aber auch die Zunahme negativer Umwelteinflüsse sein. 

Das Sommerekzem ist teilweise genetisch bedingt. Es wurde ein Gen identifiziert, welches die Anfälligkeit der Allergie begünstigt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Sommerekzem bei deinem Pferd ausbricht, nur weil es das Gen in sich trägt!

Einflüsse wie Haltung, Pflege und Fütterung spielen hier eine größere Rolle.

Auf der anderen Seite kann dein Pferd erkranken, auch wenn es das Gen nicht in sich trägt. Das Sommerekzem bei Pferden wird in den meisten Fällen durch ein  schwaches Immunsystem sowie Stoffwechselprobleme ausgelöst.

90% der Immunzellen werden im Darm gebildet. Dies ist aber nur möglich, so lange das Verdauungsystem ausgeglichen ist und der Säure-Basen-Haushalt stimmt.

Eine zu reichhaltige Fütterung, ein unausgeglichener Mineralhaushalt oder zu wenig Bewegung, können Auslöser dafür sein. Deshalb spricht man auch von der sog. „Wohlstandskrankheit“

 

Hat mein Pferd das Sommerekzem?

Vor allem im Sommer wird  die Diagnose Sommerekzem bei Pferden zu voreilig getroffen. Andere Krankheiten wie  Hautpilz oder Milbenbefall  sollten vor der Behandlung  ausgeschlossen werden.

Die ersten Anzeichen für ein Sommerekzem bei Pferden können  Pusteln  unmittelbar bedingt durch den Insektenbiss sein, diese sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen.

In der Regel fällt zuerst der  starke Drang zum Scheuern  auf. Ein zerzauster und blutiger Mähnenkamm, haarlose Stellen oder  ein blutig gescheuerter Brustkorb ist dabei keine Seltenheit!

Wird die erkrankte Haut zusätzlich mit Bakterien und Pilzen besiedelt, können diese Stellen eitrig und der Juckreiz verstärkt werden. Teilweise sogar so sehr, dass das Reiten gar nicht mehr möglich ist…

 

Sommerekzem beim Pferd, was hilft?

Äußerliche Behandlungsmöglichkeiten

Da das Sommerekzem bei Pferden durch den Speichel diverser Insekten ausgelöst wird, liegt es natürlich nahe diese so gut es geht von deinem Pferd fernzuhalten. Wie du den Kampf gegen die Kriebelmücke gewinnst, erfährst du in diesem Artikel   HIER.

Da jeder Organismus anders auf verschiedene Methoden reagiert, gibt es keine einheitlich Behandlungsform.  Jeder muss für sich und sein Pferd herausfinden, welches Mittel am besten wirkt.

1 x täglich – Mischung aus Babyöl und ätherischen Ölen

Betroffene Hautstellen sowie von der Kriebelmücke bevorzugte Bereiche (Rückenpartie,Mähnenkamm,Schweifrübe, Unterbauch, Brust, Achseln, Schenkelinnenflächen und Ohren) sollten  täglich  eingerieben werden. Auf 1L Babyöl, gibt man 15ml ätherisches Öl.

Teebaumöl, Lavendelöl oder Lavandinöl eignen sich hierfür gut.

Sie wirken juckreizstillend, wundheilungsfördernd und mückenabwehrend. Des Weiteren brennen sie nicht  auf offenen Hautstellen. Lavendelöl wirkt zusätzlich schmerzstillen. Sollte dein Pferd allergisch auf ätherische  Öle wirken, verwende reines Babyöl.

1-2 x täglich – Aloe Vera Gelly (Gel), Propolis, Seife & Spray

Betroffene Stellen, nicht zu gründlich, verdünnt mit der Seife reinigen. Leicht Abtupfen bis es gut trocken ist und anschließend mit dem Spray besprühen.

Handelt es sich um ein nässendes Ekzem, solltest du dazu die Stellen mit Gelly einreiben. Bei einem trockenen Ekzem verwendest du anstatt dem Gelly, Aloe Vera Propolis (natürliches Antibiotikum)

Produkte, die ich dir empfehlen kann, findest du in meinem Artikel über   Aloe Vera für Pferde.

Bei Erkrankungen sollten nicht nur die Symptome, sondern vor allem die Ursache beseitigt werden!

Innerliche Behandlungsmöglichkeiten

Folgende Dinge solltest du bei der Fütterung beachten:

  • Eiweiss reduzieren (nur den ersten Heuschnitt verfüttern)
  • Keine Silage
  • Weiden nicht düngen
  • Nur biologisches Futter 
  • Keine Fertigmüsli oder pelliertes Kraftfutter (können chemische Substanzen wie Lockstoffe enthalten, welche den Hautstoffwechsel zusätzlich belasten)
  • Nur pflanzliche Nahrungsergänzung  (zB. Bierhefe und Kieselgur)
  • kaltgepresste Öle (zB. Leinöl)
  • Himalaya Salzleckstein

Außerdem solltest du nach und nach die Nieren stärken, die Leber kräftigen & reinigen und den Darm reinigen.

Nieren stärken

Mit einer Mischung aus Kräutern

zB.: Brennessel, Goldrute, Bärlauch (je 15-30g täglich für 6 Wochen)

Leber kräftigen & reinigen

zB.: Labkraut, Löwenzahnkraut, Löwenzahnwurzel und/oder Mariendistelsamen (je 15-30g täglich für 6 Wochen)

Darm reinigen

Bärlauch oder Knoblauch (je 15-30g täglich für 6 Wochen)

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